Anwendungsfälle – Wann LBTA?

Einsatzdefinition

LBTA wird dort eingesetzt, wo die englische Fassung rechtliche Wirkung entfalten soll.

Nicht jede Übersetzung erfüllt dieselbe Funktion. Maßgeblich ist nicht der Umfang oder die Komplexität eines Textes, sondern der Kontext, in dem die englische Fassung verwendet wird.

Überall dort, wo Verträge, Klauseln oder Regelungen rechtlich relevant sind, entscheidet die Übersetzung darüber, ob die beabsichtigte Rechtswirkung erhalten bleibt. Genau für diese Konstellationen ist die LBTA-Methodik entwickelt worden.

Typische Einsatzsituationen

LBTA kommt insbesondere in Situationen zum Einsatz, in denen die englische Fassung mehr ist als eine bloße Verständnishilfe.

Dazu zählen unter anderem:

Internationale Vertragskonstellationen mit deutschem Recht
Wenn Verträge deutschem Zivilrecht unterliegen, aber englischsprachige Parteien beteiligt sind, muss die englische Fassung die zivilrechtliche Logik des Ausgangstextes tragen – ohne an Common-Law-Denkmuster anzuschließen.

Formgebundene oder rechtlich strukturierte Vorgänge
Wo Wirksamkeit, Auslegung oder rechtliche Einordnung an bestimmte zivilrechtliche Voraussetzungen anknüpfen, ist eine rein sprachliche Übertragung nicht ausreichend.

Verträge mit erhöhter Haftungs- oder Auslegungsrelevanz
In Konstellationen, in denen einzelne Begriffe oder Regelungen haftungsrechtlich relevant sind oder später ausgelegt werden könnten, entscheidet die systemgerechte Terminologie über die rechtliche Tragfähigkeit der englischen Fassung.

Transaktionen mit internationalem Adressatenkreis
Bei gesellschaftsrechtlichen oder transaktionsbezogenen Dokumenten, die international verwendet, geprüft oder weitergereicht werden, muss die Übersetzung rechtliche Klarheit schaffen, ohne das zugrunde liegende Rechtssystem zu verfälschen.

Vertragsfassungen mit Weiterverwendungs- oder Vorlagefunktion
Immer dann, wenn englische Fassungen nicht nur gelesen, sondern verwendet, vorgelegt oder referenziert werden, ist die Wahrung der Rechtswirkung zentral.

Was diese Anwendungsfälle verbindet

Allen genannten Situationen ist gemeinsam, dass die Übersetzung selbst rechtlich relevant wird.
Sie transportiert nicht nur Inhalte, sondern bildet die rechtliche Funktion des deutschen Ausgangstextes in einer anderen Sprache ab.

Genau hier greift die LBTA-Methodik:
durch funktionslogische Analyse, rechtssystemkonforme Terminologie und einen fachlichen Tiefgang, der anwendungsbezogen definiert wird.

So entstehen englische Vertragsfassungen, die im deutschen Zivilrechtssystem verankert bleiben – auch dann, wenn sie international verwendet werden.

Weiterführend: LBTA-Startseite · Methodik · Kontakt

Analyse des Übersetzungsfehlers:
Fehlinterpretation typischer Vertragsformulierungen

Fehlerart: Unangemessene Übersetzung von vertraglichen Ausnahmeklauseln

Ausgangsbeispiel: „Any transfer of Shares in the Company by a Co-Investor is, except for the provisions of Clause x.x”,

KI-MT Übersetzung: „Jede Übertragung von Geschäftsanteilen an der Gesellschaft durch einen Co-Investor ist, abgesehen von den Bestimmungen der Klausel x.x“,

Identifizierte Fehler und Verbesserungsbedarf:

Fehlinterpretation von „except for“: Die Wendung „except for“ drückt eine Ausnahme zu einer allgemeinen Regel aus. Die Übersetzung „abgesehen von“ kann zwar in bestimmten Kontexten eine ähnliche Bedeutung haben, jedoch fehlt es hier an der Präzision, die für Vertragsdokumente erforderlich ist. Die Formulierung „ausgenommen wie in Klausel x.x“ wäre direkter und klarer, da sie unmissverständlich auf die Ausnahmebedingungen verweist.

Potenzielle rechtliche Auswirkungen: Eine ungenaue Übersetzung von Ausnahmeklauseln kann zu Missverständnissen bezüglich der Vertragsbedingungen führen. Im Rechtskontext ist es von höchster Wichtigkeit, die exakten Bedingungen und Ausnahmen klar und unmissverständlich zu formulieren, um Interpretationsspielräume und mögliche Rechtsstreitigkeiten zu minimieren.

Notwendigkeit der klaren Ausdrucksweise in Vertragsdokumenten: Vertragsdokumente erfordern eine präzise Sprache, um die Rechte und Pflichten der Parteien eindeutig festzulegen. Jede Abweichung von der üblichen Formulierung könnte die Auslegung des Vertragsinhalts beeinflussen und sollte daher vermieden werden.

Schlussfolgerung:

Die präzise und korrekte Übersetzung von vertraglichen Formulierungen, insbesondere von Ausnahmeklauseln, ist entscheidend, um die beabsichtigte rechtliche Wirkung zu erzielen und mögliche Missverständnisse oder Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. Die Wahl der richtigen Präpositionen und Konjunktionen spielt eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Vertragsbedingungen. Übersetzer müssen besondere Sorgfalt walten lassen, um sicherzustellen, dass die Übersetzung den Nuancen und der Präzision des Originaltextes gerecht wird und rechtliche Klarheit gewährleistet.