Der Translator-Controlled LBTA-Workflow

Rechtswirkung wird nicht von KI übernommen, sondern vom Übersetzer festgelegt, geprüft, überarbeitet, festgeschrieben und freigegeben.

KI assistiert. Der Übersetzer entscheidet, übersetzt, überarbeitet, verifiziert und gibt frei.

01

01 — Vertraulichkeitskontrolle

Anonymisierung

Der Übersetzer anonymisiert den Ausgangstext, bevor der KI-Assistent ihn sichtet. Namen, Firmen, Adressen, Registernummern und sonstige Kennungen werden durch Platzhalter ersetzt.

Aktion nur vom Übersetzer ausgelöst
Noch keine Rechtswirkungsbewertung.

Übersetzer
Entscheidungspunkt

02 — Rechtliche Orientierung

Quellenprüfung und Sitzungs­aktivierung

Der Übersetzer lädt die Arbeitsregeln und prüft den Rechtsrahmen des Dokuments: anwendbares Recht, Zielrechtssystem, Aufbau und Unklarheiten im Wortlaut.

Der KI-Assistent markiert entsprechend.
Der Übersetzer entscheidet.

KI-Assistent

Aufbau-/ Qualitätsscan

02
03

03 — Rechtswirkung / Funktionale Äquivalenz

Terminologie festlegen

Der Übersetzer fragt nicht: „Ist das die Wörterbuchentsprechung?“ Die Frage lautet: „Erzeugt diese Formulierung im Zielrechtssystem dieselbe Rechtsfolge?“

1

Zuerst das Primärrecht

2

Falls notwendig: Rechtsvergleichende Quellen

3

Amtliche Übersetzungen: nur Referenz

4

Wörterbuch: niemals maßgebliche Rechtsquelle

Freigegebene Begriffe sind für das Projekt verbindlich festgelegt.

Übersetzer
Entscheidungspunkt

04 — Produktion

Übersetzer­geführte Entwurfs­erstellung

Der Übersetzer erstellt die deutsche Rechtsfassung und nutzt die KI nur als Formulierungshilfe. Er bestimmt Wortlaut, Struktur und rechtliche Verwendbarkeit.

Das ist kein „KI-Output mit Post-Editing-Überprüfung durch einen Sachbearbeiter“

KI-Assistent

Formulierungs­vorschlag & Abfassungs­unterstützung

04
05

05 — Stoppmechanismus

Fehler im Ausgangstext erkannt

Ist der Ausgangstext selbst fehlerhaft, wird die Produktion angehalten. Allein der Übersetzer entscheidet über das weitere Vorgehen.

STOPP

Produktionsstopp – Entscheidung des Übersetzers erforderlich.

Übersetzer
Entscheidungspunkt

06 — Rechtsübersetzung sequentiell Satz für Satz

Übersetzen → Prüfen → Überarbeiten → Freigeben

Jeder Satz wird vom Übersetzer selbst bearbeitet. KI-Assistent unterstützt falls notwendig; KI-Vorschläge werden seltenst unverändert übernommen.

Übersetzer übersetzt

Prüft die Rechtswirkung

Überarbeitet die Formulierung

Gibt den Text frei

Sprachliche Gewandtheit allein reicht nicht aus. Der Übersetzer stellt sicher, dass der Satz noch dieselbe Rechtswirkung entfaltet.

06
07

07 — Reaktive Korrektur

Rückwärts­prüfung nach einer Rechtswirkungs­entscheidung

Bei Terminologie, Rechtswirkung oder Funktionslogik Korrekturen, aktualisiert der Übersetzer gegebenenfalls die fest vorgegebene Terminologie (locked-in) und löst einen Rückwärtsscan der bereits freigegebenen, betroffenen Textstellen aus.

KI-Assistent

Betroffene Sätze erneut scannen

Gezielter, reaktiver Korrekturdurchlauf.

Übersetzer
Entscheidungspunkt

08 — Umfassende Kontrolle

Konsistenz­prüfung des Dokuments

Der Übersetzer kann jederzeit eine vollständige Konsistenzprüfung aller bisher bearbeiteten Abschnitte anstoßen.

1

Schleichende Terminologieabweichung

2

Großschreibung definierter Begriffe / dokumentübergreifende Konsistenz

Umfassender, vom Übersetzer initiierter Durchlauf.

08
09

09 — Freigabesteuerung

Freigabeprüfung → Datenendkontrolle → Senden

A

Freigabe­prüfung

Gesamtprüfung auf Übersetzungs­fehler, schleichende Rechtswirkungs­abweichungen, falsche Freunde, Ausgangstext-Übernahmen, Nummerierung, Querverweise und Anlagen.

B

Daten­end­kontrolle

Namen, Parteien, Zahlen, Anlagen und Platzhalter werden unmittelbar vor dem Versenden geprüft.

C

Versenden

Der Übersetzer gibt das fertige Dokument an den Kunden frei.

Bei Korrekturbedarf: beheben → erneut prüfen → freigeben.

Fünf eigenständige Stopp-und-Korrektur-Mechanismen

!

1. Stopp bei Fehler im Ausgangstext

2. Reaktiver Korrektur­durchlauf (Terminologie, Rechtswirkung, Funktionslogik)

3. Vom Übersetzer initiierte Konsistenz­prüfung

4. Korrektur­zyklus der Gesamt­prüfung vor Freigabe

5. Daten-Integrität-End­prüfung auf Freigabe­hindernisse (Blocker check)

Analyse des Übersetzungsfehlers:
Fehlinterpretation typischer Vertragsformulierungen

Fehlerart: Unangemessene Übersetzung von vertraglichen Ausnahmeklauseln

Ausgangsbeispiel: „Any transfer of Shares in the Company by a Co-Investor is, except for the provisions of Clause x.x“,

KI-MT Übersetzung: „Jede Übertragung von Geschäftsanteilen an der Gesellschaft durch einen Co-Investor ist, abgesehen von den Bestimmungen der Klausel x.x“,

Identifizierte Fehler und Verbesserungsbedarf:

Fehlinterpretation von „except for“: Die Wendung „except for“ drückt eine Ausnahme zu einer allgemeinen Regel aus. Die Übersetzung „abgesehen von“ kann zwar in bestimmten Kontexten eine ähnliche Bedeutung haben, jedoch fehlt es hier an der Präzision, die für Vertragsdokumente erforderlich ist. Die Formulierung „ausgenommen wie in Klausel x.x“ wäre direkter und klarer, da sie unmissverständlich auf die Ausnahmebedingungen verweist.

Potenzielle rechtliche Auswirkungen: Eine ungenaue Übersetzung von Ausnahmeklauseln kann zu Missverständnissen bezüglich der Vertragsbedingungen führen. Im Rechtskontext ist es von höchster Wichtigkeit, die exakten Bedingungen und Ausnahmen klar und unmissverständlich zu formulieren, um Interpretationsspielräume und mögliche Rechtsstreitigkeiten zu minimieren.

Notwendigkeit der klaren Ausdrucksweise in Vertragsdokumenten: Vertragsdokumente erfordern eine präzise Sprache, um die Rechte und Pflichten der Parteien eindeutig festzulegen. Jede Abweichung von der üblichen Formulierung könnte die Auslegung des Vertragsinhalts beeinflussen und sollte daher vermieden werden.

Schlussfolgerung:

Die präzise und korrekte Übersetzung von vertraglichen Formulierungen, insbesondere von Ausnahmeklauseln, ist entscheidend, um die beabsichtigte rechtliche Wirkung zu erzielen und mögliche Missverständnisse oder Rechtsunsicherheiten zu vermeiden. Die Wahl der richtigen Präpositionen und Konjunktionen spielt eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der Vertragsbedingungen. Übersetzer müssen besondere Sorgfalt walten lassen, um sicherzustellen, dass die Übersetzung den Nuancen und der Präzision des Originaltextes gerecht wird und rechtliche Klarheit gewährleistet.